Heute öffnete die erste Rose in meinem Garten ihre Blüte. Ich hatte sie im letzten Jahr endlich einmal ordentlich geschnitten und auch gedüngt. Und jetzt hat sie auch viele Blütenknospen ausgebildet. Der Rosenliebhaber und Landarzt Dr. Hermann Müller aus Weingarten hat sie 1899 gezüchtet und ihr den Namen Conrad Ferdinand Meyer gegeben. Sie gehört zu den "Rosa rugosa" Sorten, weil sie ähnlich kräftig-runzelige Blätter hat, wie die alte Kartoffelrose. Ihr Laub ist aber empfindlicher und daher braucht sie liebende Aufmerksamkeit. Ich hatte sie in den letzten Jahren vernachlässigt, aber sie scheint nicht nachtragend zu sein.
Frühling, der die Welt umblaut,
Frühling mit der Vöglein Laut,
Deine blühnden Siegespforten
Allerenden, allerorten
Hast du niedrig aufgebaut!
Ungebändigt, kreuz und quer,
Über alle Pfade her
Schießen blütenschwere Zweige,
Daß dir jedes Haupt sich neige,
Und die Demut ist nicht schwer.
Das Gedicht ist aus: Conrad Ferdinand Meyer: Sämtliche Werke in zwei Bänden. Band 2, München 1968, S. 30-31.
Beim Aufräumen meines Blogs fand ich
in einem Kommentar zu George Herbert den Hinweis auf John Milton und dessen Gedicht Il Penseroso. Damals bekam ich dafür einen virtuellen
Blumentopf, denn ich tippte da auf "Paradise Lost", was
natürlich daneben war, oberflächlich gesehen.
Als ich mir dann Gedanken zu meinem
neuen Blog-Untertitel machte, tauchte Edmund Spenser auf und so kam John Milton
mir wiederum ins Gedächtnis. Wie es dann oftmals kommt, trifft dann
immer wieder dieser Gedanke in einen anderen Zusammenhang. Carl
Gustav Jung nannte das Synchronizität, wenn ein inneres Ereignis mit
einem äußeren, physischen Ereignis in eine entsprechenden Beziehung
tritt. Anhaftung, Ergreifen nennt sich das im Buddhismus, denn
Inneres und Äußeres sind synchron: Ich sehe, was ich bin.
Also nahm ich diesen Energydrink überhaupt wahr
und fand dort John Milton's Verse aus "Paradise Lost".
Bei einer anderen Dose von "Relentless" wär' es mir keine
Zeile Wert gewesen. Doch so ist es wie ein loser Faden an einem
Gewebe, an dem ich ziehe und das ich aufdrösele. Einige Zeit später dann, auf dem
Bahnhof in Bochum, fiel mein Blick auf ein Plakat, auf dem in großer
Schrift "Paradise Lost" zu lesen war - ach ja, da gibt es
ja diese englische Metal Band.
Es gibt überhaupt eine ganze Menge von
Anspielungen zu "Paradise Lost". In dem Film "The Devil' s
Advocate" spielte Al Pacino den Teufel und er nannte sich John
Milton. Das war mir gar nicht aufgefallen, als ich mir den Film mal
im Fernsehen angesehen hatte. Al Pacino kann auch heißen wie er
will, das ist mir völlig egal. Und mal ehrlich - der Film ist
dämlich, aber mit Al Pacino ist er nicht ganz so dämlich.
Ohne Frage ist es John Milton gelungen
mit seinem Epos "Paradise Lost" in die Weltliteratur
einzugehen. Das liegt zum einen am Genre selbst, ist die Geschichte
vom Paradies und der Vertreibung der beiden Menschen aus demselben
bereits Weltliteratur. Der Plot, wie das heute heißt, geht ja schon
auf die Sumerer zurück und die Hebräer haben sie übernommen und für ihre Zwecke aufbereitet. So ist auch Milton's dichterische
Bearbeitung eine neue Interpretation, eine Aufbereitung des Stoffes, denn er stellt die
Beziehung zwischen Gott und seinem Engel, zwischen dem Guten und dem
Bösen dramaturgisch in den Mittelpunkt. Die beiden Menschen
erscheinen hier als bloße Instrumente, ja als Verlorene, im Spiel
der Mächte und Gewalten. Da kommt die altbekannte Frage auf: Wieso
lässt Gott das zu? Und so hat auch die englische Romantik 100 Jahre
nach Milton beklagt, dass der Teufel bei ihm zu sympathisch erscheint
oder gar dem Schöpfer ebenbürtig und dass Milton's Gott auf Moral
verzichte.
"Milton hat den volkstümlichen
Glauben so weit verletzt (falls man in diesem Fall von Verletzung
reden will), daß er seinem Gott keine moralische Überlegenheit über
seinen Teufel zuerkannte. Und diese kühne Vernachlässigung jedes
moralischen Zwecks ist der entschiedenste Beweis für Miltons
überragenden Genie. Er mischte die Elemente der menschlichen Natur
sozusagen wie Farben auf einer einzigen Palette und verteilte sie in
der Komposition seines großen Bildes nach den Gesetzen epischer
Wahrheit". Percy Bysshe Shelley [1]
"Sympathy For The Devil"
hat durch die Rolling Stones dann 1968 gleichsam Weltruhm erreicht
und wurde von Gerüchten über satanische Praktiken begleitet, die 1969 dann mit den Todesfällen beim Altamont Free Concert in Verbindung gebracht wurden. Der Song wurde dann für eine Zeit nicht mehr auf Live-Auftritten der Stones gespielt.
Sympathie mit dem Teufel - das geht zu
weit - die Anziehung des Bösen in seiner magischen Kraft war vor 40
Jahren sehr präsent. Heute ist diese Faszination immer noch da,
sie wird wohl nie verschwinden und da sie keiner rationalen
Begründung zugängig ist, besteht immer die Gefahr, sich dieser
Faszination hinzugeben oder zu resignieren.
Es war daher vor 400 Jahren in
mehrfacher Hinsicht eine Meisterleistung, als der erblindete John
Milton in seinen letzten Lebensjahren endlich seinen alten Plan
verwirklichte und ein großes Werk schuf. In "The Reason of
Church Government" hatte er seinen Lesern 25 Jahre vorher
versprochen, dass er der Nachwelt ein unsterbliches Werk hinterlassen
wolle, "Gott zum Ruhm und meinem Land zur nützlichen Belehrung". Die
erste Auflage erschien 1667 und war bereits im ersten Jahr
vergriffen. 1674 erschien dann die zweite Auflage, in der Milton die
Gliederung von 10 Bänden auf 12 Bände änderte und sich so einem
direkten Vergleich mit Vergil's Aeneis stellte. Bescheiden war Milton
nicht und dies durchaus zu Recht.
Milton's Leben lässt sich in drei, sich stark unterscheidende,
Abschnitte einteilen. Erstens die Phase seiner dichterischen Anfänge nach seinem Studium und die Zeit des Selbststudiums im
Haus seines Vaters. Diese Phase endete mit einer Reise nach Italien
und es begann die politische Zeit nach dem Abbruch der Reise und
seiner Rückkehr nach England 1639. Grund waren die
Auseinandersetzungen zwischen König und Parlament, die in einen
Bürgerkrieg kulminierten, in dem das Parlament mit Cromwell siegte. Der
König wurde abgesetzt und hingerichtet. In der Zeit des
"Commonwealth" war Milton als Sekretär für Auswärtige
Angelegenheiten zuständig für die lateinische Korrespondenz mit
dem Kontinent. In diesen 11 Jahren entstanden seine politischen
Schriften über die Ehescheidung, die Pressfreiheit und das Recht des
Volkes die Regierung abzusetzen und auch den König hinzurichten. Die Wirkung dieser Schriften reichte
bis zur Französischen Revolution.
Nachdem das Commenwealth durch die
Gegner der Republik 1660 beendet wurde und die Monarchie wieder
erstanden war, kam Milton für kurze Zeit ins Gefängnis und zog sich
nach seiner Entlassung vollständig aus dem öffentlichen Leben
zurück. Bereits 1651 war er völlig erblindet und arbeitete mit
Schreibern und anderen Unterstützern. Nun halfen ihm Freunde und Verwandte
bei der Abfassung von Paradise Lost. Edward Philipps, sein Neffe und
späterer erster Biograph berichtete, wie mühselig und langsam sich
Vers um Vers das Epos aufbaute und Milton kein Dichter der lockeren
Art war, dem die Verse aus der Feder flossen. Seine letzten Schriften
waren "Paradise Regained" und "Samson Agonistes"
, die beide 1671 zusammen in einem Band erschienen.
Zum 400. Geburtstag von Milton 2008
kamen zwei Neuauflagen von Paradise Lost heraus und es lohnt sich
beide zu vergleichen. Bei Reclam erschien die Übersetzung von Hans
Heinrich Meier, der als Anglist sicherlich eine gute Wahl für eine
Übersetzung aus dem Englischen ist. Doch er hat sich an eine eigene,
sinngemäße Textfassung gewagt und dieses Wagnis erscheint doch weit
die Schönheit von Milton's Verse zu verfehlen. Die Ausgabe von
Zweitausendeins hingegen ist zweisprachig und ermöglicht es sich selbst auf Milton's Sprache einzulassen. Außerdem ist die Übersetzung
von Bernhard Schuhmann textgetreu. Schon deshalb ist sie der Reclam-Ausgabe vorzuziehen. Sie enthält
zudem noch die wesentlichen, anderen Schriften von Milton und in
Ergänzung mit den Internetausgaben des Dartmouth College lässt sich so manches verregnete oder
kalte Wochenende vergessen.
Bleibt noch anzumerken, dass Milton seine Verse in sogenannten Blankversen verfasste, also reimlos. Vor kurzem machte uns mit dieser traditionellen Form des Dichtens Günter Grass überraschend bekannt. Das musste auch mal gesagt werden.
Fort, trüglich eitle Freuden,
Der Torheit vaterlose Brut, wie bald
Muß nichtiger Gehalt
Dem tiefern Sinn all euern Tand verleiden!
Füllt leerer Köpfe Räume;
Da geizt mit euren bunten Bildern nicht,
So ohne Zahl und dich
Wie Stäubchen, die in Sonnenstrahlen weben,
Vor ihnen laßt sie schweben
Wie Morpheus' Schar, die flüchtig losen Träume.
Doch heil dir, Göttin, weise, hehre,
Heil dir, Melancholie, und Ehre!
[Il Penseroso]
[1] Das Zitat von Shelley findet sich auf dem Klappentext der Reclam Ausgabe von "Das verlorene Paradies" in der Ausgabe von 1986
Man muß den Atem anhalten,
bis der Wind nachläßt
und die fremde Luft um uns zu kreisen beginnt,
bis das Spiel von Licht und Schatten,
von Grün und Blau,
die alten Muster zeigt
und wir zuhause sind,
wo es auch sei,
(aus dem Gedicht "Ziehende Landschaft" von Hilde Domin)
Der Arbeitskreis "Sport und Ernährung" der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsberatung schreibt als Fazit seiner Studie über die Wirkung von Taurin auf die Leistung:
Die Werbung suggeriert, Taurin als Bestandteil von
„Energy Drinks“ fördere beim Menschen sowohl die körperliche als auch
die geistige Leistungsfähigkeit. Es sind jedoch bisher keine gut
kontrollierten Studien bekannt, die eine positive Wirkung von
Taurin-Supplementen auf die körperliche Leistungsfähigkeit oder das
Konzentrationsvermögen bei Gesunden und Patienten zeigen. Eine Zufuhr
von Taurin kann deshalb derzeit, insbesondere aufgrund der
möglicherweise bestehenden gravierenden Nebenwirkungen, nicht empfohlen
werden. Bis wissenschaftliche Untersuchungen nicht die Unbedenklichkeit
einer zusätzlichen Taurinaufnahme auch bei körperlicher Belastung
erbringen, ist gegenteilig, hiervon sogar abzuraten. Die oftmals
subjektiv verspürten positiven Effekte sind auf Placeboeffekte oder auf
die anderen Inhaltsstoffe der „Energy Drinks“ (z. B. Koffein)
zurückzuführen. Der in der Stiergalle (lat. taurus = Stier) in hoher
Konzentration vorkommende Stoff verleiht den „Energy Drinks“ eher ihren
charakteristischen Geschmack, als Sportlern (s)tierische Kräfte.
Es ist ja offensichtlich, dass die beiden Tester über John Milton gar nichts wissen, was zunächst einmal ja nicht besonders schlimm ist. Schlimm ist nur, dass sie so kompromisslos unvorbereitet ihre Ahnungslosigkeit freisetzen. Wenigstens einen Blick ins Wikipedia wäre doch machbar gewesen.
Aber genauso ahnungslos sind die beiden auch über den überteuerten Kaffeersatz von sogenannten Energy-Drinks, den Chemiecocktails der Lebensmitteltechniker. Ich wette, dass sie ihre youtube-show umsonst machen - Wasserträger der Werbung. Geschmacksfrei.
Confusion heard his voice, and wild uproar
Stood ruled, stood vast infinitude confined;
Till at his second bidding Darkness fled,
Light shone, and order from disorder sprung:
Ich habe ja immer mit den Pfandsymbolen
Schwierigkeiten und verweigere hier einfach die Symbole für -
"bitte, was soll das sein?" - Einweg oder Mehrweg zu
unterscheiden und sie mir gar zu merken. Bei mir gibt es nur
klassische Pfandflaschen für Mineralwasser und Glas- oder
Plastikflaschen für die Glascontainer oder die Gelbe Tonne.
Ab und zu taucht dann eine Dose aus Alu
auf, mit einem Symbol, das so aussieht:
Eindeutig ein Behälter zum Zurückgeben
- hier aber ist es Einweg, d.h. es gibt Pfand zurück und die Dose
oder die Plastikflasche wird zerknautscht und zu irgendwas
verarbeitet. Dumm ist es nur, wenn der Getränkerückgabeautomat -
was für ein Wort - die Dose hin und her dreht und dann wieder zu mir
schiebt, weil sie einen Knick hat am Strichcode. Also nehme ich die
Dose wieder mit, um sie später mal in meinem Getränkemarkt abzugeben.
Ich selbst kaufe keine Dosen, außer
Konserven. Getränkedosen mag ich nicht. Aber ab und an landet so
eine Dose in meinem Haus und dann grübele ich, was ich damit mache.
Erst wandert sie in den Einkaufskorb, dann liegt sie im Kofferraum
und rollt dort vor sich hin.
Jetzt hat mich so eine Dose wieder
erreicht. Relentless Libertus ohne Zucker mit einem schönen Logo und
bei Kennern natürlich selbstverständlich.
Keine halben Sachen steht da auch
noch mit Verweis auf die doppelte Größe im Vergleich zum Konkurrenten in diesem Marktsegment. Und wie ich die Dose so ansehe und drehe und überlege, wo ich
die denn nun abgebe und was denn dieses Symbol da verflixt nochmal
bedeutet - lese ich auf der Dose:
John Milton auf einer Dose "Relentless
Libertus" - der kompromisslos Freigesetzte - als Anspielung auf
bedingungslose Zuckerfreiheit. Immerhin gibt es ein Coffein-Getränk
außerhalb des Paradieses. Ist das schon Paradise Regained, das
wiedergefundene Paradies? Die Coca-Cola-Company grüßt recht
freundlich mit einer blau-silbernen Dose mit Pfand falls der
Strichcode noch lesbar ist. Bleibt noch zu sagen, dass das ganze Marketing-Konzept von der The Church of London entwickelt wurde, eine hippe Werbe-Agentur in London.
Seit einiger Zeit ist mein Blog wieder öffentlich, obwohl die Beiträge noch nicht alle repariert wurden. Ich werde das aber nachholen. Irgendwie scheint es typisch für mich zu sein: aus einer Gefühlssituation heraus nehme ich alles aus dem Netz und dann lösche ich auch noch kräftig und mache diesen Blog zu einem Haufen von Schnipsel. Um das Puzzle wieder zu meiner Zufriedenheit zusammen zu basteln, wird es noch eine Weile dauern.
Leider kann ich mein altes grün-blaues Layout nicht mehr rekonstruieren. Also habe ich mich für eine der beiden Farben entscheiden müssen. Blau-Grün ist ja eine interessante Farbkombination, die ein gesteigertes Unterscheidungsvermögen braucht. Am Horizont verschwimmen die grünen Flecken, die Wiesen oder Wälder sind, mit dem blauen Himmel . Die alt-chinesische Sprache kennt für diese beiden Farben nur ein Zeichen 青 qīng - als eine Art Oberbegriff für grün, blau und auch schwarz. Auch in anderen Sprachen und Kulturen kennt man dieses Phänomen für die beiden Farben. Bei Jean Gebser las ich darüber zum ersten Mal und er bezog das auf die Bewusstseinsstufen. Seither bekam meine Farbvorliebe eine kulturwissenschaftliche Begründung, was schon einer Weihe gleich kam. Andere Gründe glaubten vor ein paar Jahren einige Forscher gefunden zu haben, indem sie einen Zusammenhang zwischen dem Anteil des UV-Lichts und dem Alterungsprozess des Auges aufzeigten[1]. Je mehr UV-Licht, umso schneller altert das Auge und das Blaue wird als dunkel bis schwarz wahrgenommen. Darüber hinaus verlieren sich dann auch die Wörter für das Blaue, denn wenn ein bestimmter Anteil der Bevölkerung nicht mehr blau sieht, ließe sich auch schlecht darüber reden. Dann verständige man sich eben nicht mehr über Blau, sondern entscheide sich für Dunkel bis Schwarz. Ob diese Forscher über den Zusammenhang zweier Phänomene nicht eine Nonsense-Korrelation hervorgebracht haben, ist natürlich zu fragen. Linguisten sind nämlich gänzlich anderer Ansicht, was die Benennung von Farben anbelangt. Mein Favorit dabei ist Guy Deutscher, dessen Erklärung ich weitaus plausibler halte, als diesen Statistik-Zauber. Die Griechen sehen eben den Himmel schwarz - ich sehe das auch so. Schwarz als Hintergrund hatte ich auch in Erwägung gezogen. Schwarz und Weiß, als erste Unterscheidung, also zunächst die Kontraste und dann käme als erste und ausschließliche Farbwahrnehmung das Rot hinzu, als ein eyecatcher. Das war aber schon belegt und es hätte so ausgesehen, dass ich hier nur schnöde imitiere. Vielleicht später mal, wenn der Alterungsprozess meiner Augen nichts mehr anderes zulässt. Jetzt bleibt es erst einmal bei Blau mit unterschiedlichen Tönen. Ein wenig Pink bzw. Rosa ist auch dabei. Und Türkis konnte ich auch noch verwenden. Überhaupt Rosa - eine seltsame Farbe, die eigentlich nach dem Spektrum aus Rot und Blau gemischt ist und die dann so was wie Minus-Grün ergibt.
Nachdem diese fundamentale Frage geklärt war, änderte Tante google wieder was und verbesserte irgendwas im Hintergrund, so dass ich mich erneut umstellen musste. Das neue Layout-Gestaltungssystem bringt mich zum Verzweifeln. Ich kann kein Bild mehr im Titel platzieren und zunächst konnte ich auch keinen Untertitel einsetzen. Bis ich mich aufraffte und ein paar Html-Codes mir ansah und sie anwenden konnte. Wieder was gelernt. Aber das ist für mich Zeitverschwendung. Das will ich gar nicht wissen und können. Ich will plug-and- play bzw. write.
Immerhin stand jetzt die Wahl eines Untertitel an. Jeder Untertitel hat ja was Aufgeblasenes oder Tragendes - er trägt ja den Titel und verrät ja auch, wie der Titel ergänzend gesehen werden soll. Google meint, man solle da Stichwörter nehmen, die den Blog für Suchmaschinen leichter auffinden lassen. Was nehme ich denn? Der Titel "Dharani" trägt sich ja selbst und heißt ja schon mal nichts außer eben "das was trägt". Ich hatte dann verschiedene Versuche und ich habe sie alle wieder gestrichen. Dann blieb mir noch eine Möglichkeit, die ich als Blog-Titel schon einmal alternativ ausprobiert hatte, wobei ich auch den schwarzen Hintergrund getestet habe und ich finde es passt - Without Rhyme Or Reason - auf deutsch "Ohne Hand und Fuß". Es gibt auch die Übersetzungsvariante "Ohne Sinn und Verstand", womit allen Kritikern schon mal der Boden entzogen ist.
Diese Redewendung hat allerdings eine schöne Geschichte und steht im Zusammenhang zur englischen Renaissance-Literatur.
Edmund Spenser
Without rhyme or reason oder wie es
korrekter im Englischen heißt "Neither rhyme nor reason"
findet sich beim englischen Dichter Edmund Spenser (1552 - 1599) in
einem berühmten Vierzeiler, den er als dezente Mahnung an seine
Bewunderin Queen Elizabeth I. geschickt hatte.
I was promis'd on a time,
To have a reason for my rhyme:
But from that time unto this season,
I had neither rhyme or reason
Damit erinnerte er sie an ihr
Versprechen für einige Gedichte eine monetäre Veranlassung - a
reason - gegeben zu haben. Immerhin waren es 100 pound, die der
Schatzkanzler zunächst ignorierte und entsprechend zurück hielt. Nach dem
Vers bekam Spenser dann doch prompt das hübsche Sümmchen, immerhin 100
Sovereign, also Goldmünzen von erheblichem Wert. Da kann man den
Schatzkanzler verstehen, dass er der Laune seiner Königin erst
einmal keine Beachtung schenkte. Aber Edmund Spenser hat das durchaus
verdient. Er gilt als der Begründer der englischen
Renaissance-Dichtung und hatte großen Einfluss auf Shakespeare . Die Wirkung Spensers war noch größer auf John Keats und John Milton, der hier schon einmal erwähnt wurde in einem Kommentar-Dialog. Vor allem hat das zweite Buch von Spenser's "The Faerie
Queene" unmittelbar Milton's "Paradise Lost" angeregt.
[1]Lindsey, D. T. & Brown, A. M. (2002). Color naming and the phototoxic effects of sunlight on the eye. Psychological Science, 13, 506-512.
Jedesmal, wenn ich beim Zazen-kai in Essen bin, versuche ich von diesem Standort aus ein Bild zu machen und dabei den Park in seiner Veränderung fest zu halten. Es ist nicht immer der gleiche Standort, da ich anfangs versäumt habe, mir eine genaue Markierung am Weg zu machen. Aber so ungefähr kommt es hin.