Samstag, 19. Mai 2012

Conrad Ferdinand Meyer ( 1825 -1898 )

Heute öffnete die erste Rose in meinem Garten ihre Blüte. Ich hatte sie im letzten Jahr endlich einmal ordentlich geschnitten und auch gedüngt. Und jetzt hat sie auch viele Blütenknospen ausgebildet. Der Rosenliebhaber und Landarzt Dr. Hermann Müller aus Weingarten hat sie 1899 gezüchtet und ihr den Namen Conrad Ferdinand Meyer gegeben. Sie gehört zu den "Rosa rugosa" Sorten, weil sie ähnlich kräftig-runzelige Blätter hat, wie die alte Kartoffelrose. Ihr  Laub ist aber empfindlicher und daher braucht sie liebende Aufmerksamkeit. Ich hatte sie in den letzten Jahren vernachlässigt, aber sie scheint nicht nachtragend zu sein.



Frühling, der die Welt umblaut,
Frühling mit der Vöglein Laut,
Deine blühnden Siegespforten
Allerenden, allerorten
Hast du niedrig aufgebaut!

Ungebändigt, kreuz und quer,
Über alle Pfade her
Schießen blütenschwere Zweige,
Daß dir jedes Haupt sich neige,
Und die Demut ist nicht schwer.


Das Gedicht ist aus:  Conrad Ferdinand Meyer: Sämtliche Werke in zwei Bänden. Band 2, München 1968, S. 30-31.

Montag, 14. Mai 2012

John Milton ( 1608 - 1674 ) Sympathy For The Devil


Beim Aufräumen meines Blogs fand ich in einem Kommentar zu George Herbert den Hinweis auf John Milton und dessen Gedicht Il Penseroso. Damals  bekam ich dafür einen virtuellen Blumentopf, denn ich tippte da auf "Paradise Lost", was natürlich daneben war, oberflächlich gesehen.

Als ich mir dann Gedanken zu meinem neuen Blog-Untertitel machte, tauchte Edmund Spenser auf und so kam John Milton mir wiederum ins Gedächtnis. Wie es dann oftmals kommt, trifft dann immer wieder dieser Gedanke in einen anderen Zusammenhang. Carl Gustav Jung nannte das Synchronizität, wenn ein inneres Ereignis mit einem äußeren, physischen Ereignis in eine entsprechenden Beziehung tritt. Anhaftung, Ergreifen nennt sich das im Buddhismus, denn Inneres und Äußeres sind synchron: Ich sehe, was ich bin.

Also nahm ich diesen Energydrink überhaupt wahr und fand dort John Milton's Verse aus "Paradise Lost". Bei einer anderen Dose von "Relentless" wär' es mir keine Zeile Wert gewesen. Doch so ist es wie ein loser Faden an einem Gewebe, an dem ich ziehe und das ich aufdrösele. Einige Zeit später dann, auf dem Bahnhof in Bochum, fiel mein Blick auf ein Plakat, auf dem in großer Schrift "Paradise Lost" zu lesen war - ach ja, da gibt es ja diese englische Metal Band.

Es gibt überhaupt eine ganze Menge von Anspielungen zu "Paradise Lost". In dem Film "The Devil' s Advocate" spielte Al Pacino den Teufel und er nannte sich John Milton. Das war mir gar nicht aufgefallen, als ich mir den Film mal im Fernsehen angesehen hatte. Al Pacino kann auch heißen wie er will, das ist mir völlig egal. Und mal ehrlich - der Film ist dämlich, aber mit Al Pacino ist er nicht ganz so dämlich.

Ohne Frage ist es John Milton gelungen mit seinem Epos "Paradise Lost" in die Weltliteratur einzugehen. Das liegt zum einen am Genre selbst, ist die Geschichte vom Paradies und der Vertreibung der beiden Menschen aus demselben bereits Weltliteratur. Der Plot, wie das heute heißt, geht ja schon auf die Sumerer zurück und die Hebräer haben sie übernommen und für ihre Zwecke aufbereitet. So ist auch Milton's dichterische Bearbeitung eine neue Interpretation, eine Aufbereitung des Stoffes, denn er stellt die Beziehung zwischen Gott und seinem Engel, zwischen dem Guten und dem Bösen dramaturgisch in den Mittelpunkt. Die beiden Menschen erscheinen hier als bloße Instrumente, ja als Verlorene, im Spiel der Mächte und Gewalten. Da kommt die altbekannte Frage auf: Wieso lässt Gott das zu? Und so hat auch die englische Romantik 100 Jahre nach Milton beklagt, dass der Teufel bei ihm zu sympathisch erscheint oder gar dem Schöpfer ebenbürtig und dass Milton's Gott auf Moral verzichte. 
"Milton hat den volkstümlichen Glauben so weit verletzt (falls man in diesem Fall von Verletzung reden will), daß er seinem Gott keine moralische Überlegenheit über seinen Teufel zuerkannte. Und diese kühne Vernachlässigung jedes moralischen Zwecks ist der entschiedenste Beweis für Miltons überragenden Genie. Er mischte die Elemente der menschlichen Natur sozusagen wie Farben auf einer einzigen Palette und verteilte sie in der Komposition seines großen Bildes nach den Gesetzen epischer Wahrheit". Percy Bysshe Shelley [1]



"Sympathy For The Devil" hat durch die Rolling Stones dann 1968 gleichsam Weltruhm erreicht und wurde von Gerüchten über satanische Praktiken begleitet, die 1969 dann mit den Todesfällen beim Altamont Free Concert in Verbindung gebracht wurden. Der Song wurde dann für eine Zeit nicht mehr auf Live-Auftritten der Stones gespielt.

Sympathie mit dem Teufel - das geht zu weit - die Anziehung des Bösen in seiner magischen Kraft war vor 40 Jahren sehr präsent. Heute ist diese Faszination immer noch da, sie wird wohl nie verschwinden und da sie keiner rationalen Begründung zugängig ist, besteht immer die Gefahr, sich dieser Faszination hinzugeben oder zu resignieren.

Es war daher vor 400 Jahren in mehrfacher Hinsicht eine Meisterleistung, als der erblindete John Milton in seinen letzten Lebensjahren endlich seinen alten Plan verwirklichte und ein großes Werk schuf. In "The Reason of Church Government" hatte er seinen Lesern 25 Jahre vorher versprochen, dass er der Nachwelt ein unsterbliches Werk hinterlassen wolle, "Gott zum Ruhm und meinem Land zur nützlichen Belehrung". Die erste Auflage erschien 1667 und war bereits im ersten Jahr vergriffen. 1674 erschien dann die zweite Auflage, in der Milton die Gliederung von 10 Bänden auf 12 Bände änderte und sich so einem direkten Vergleich mit Vergil's Aeneis stellte. Bescheiden war Milton nicht und dies durchaus zu Recht.

Milton's Leben lässt sich in drei, sich stark unterscheidende, Abschnitte einteilen. Erstens die Phase seiner dichterischen Anfänge nach seinem Studium und die Zeit des Selbststudiums im Haus seines Vaters. Diese Phase endete mit einer Reise nach Italien und es begann die politische Zeit nach dem Abbruch der Reise und seiner Rückkehr nach England 1639. Grund waren die Auseinandersetzungen zwischen König und Parlament, die in einen Bürgerkrieg kulminierten, in dem das Parlament mit Cromwell siegte. Der König wurde abgesetzt und hingerichtet. In der Zeit des "Commonwealth" war Milton als Sekretär für Auswärtige Angelegenheiten zuständig für die lateinische Korrespondenz mit dem Kontinent. In diesen 11 Jahren entstanden seine politischen Schriften über die Ehescheidung, die Pressfreiheit und das Recht des Volkes die Regierung abzusetzen und auch den König hinzurichten. Die Wirkung dieser Schriften reichte bis zur Französischen Revolution.

Nachdem das Commenwealth durch die Gegner der Republik 1660 beendet wurde und die Monarchie wieder erstanden war, kam Milton für kurze Zeit ins Gefängnis und zog sich nach seiner Entlassung vollständig aus dem öffentlichen Leben zurück. Bereits 1651 war er völlig erblindet und arbeitete mit Schreibern und anderen Unterstützern. Nun halfen ihm Freunde und Verwandte bei der Abfassung von Paradise Lost. Edward Philipps, sein Neffe und späterer erster Biograph berichtete, wie mühselig und langsam sich Vers um Vers das Epos aufbaute und Milton kein Dichter der lockeren Art war, dem die Verse aus der Feder flossen. Seine letzten Schriften waren "Paradise Regained" und "Samson Agonistes" , die beide 1671 zusammen in einem Band erschienen.

Zum 400. Geburtstag von Milton 2008 kamen zwei Neuauflagen von Paradise Lost heraus und es lohnt sich beide zu vergleichen. Bei Reclam erschien die Übersetzung von Hans Heinrich Meier, der als Anglist sicherlich eine gute Wahl für eine Übersetzung aus dem Englischen ist. Doch er hat sich an eine eigene, sinngemäße Textfassung gewagt und dieses Wagnis erscheint doch weit die Schönheit von Milton's Verse zu verfehlen. Die Ausgabe von Zweitausendeins hingegen ist zweisprachig und ermöglicht es sich selbst auf Milton's Sprache einzulassen. Außerdem ist die Übersetzung von Bernhard Schuhmann textgetreu. Schon deshalb ist sie der Reclam-Ausgabe vorzuziehen. Sie enthält zudem noch die wesentlichen, anderen Schriften von Milton und in Ergänzung mit den Internetausgaben des Dartmouth College lässt sich so manches verregnete oder kalte Wochenende vergessen. 

Bleibt noch anzumerken, dass Milton seine Verse in sogenannten Blankversen verfasste, also reimlos. Vor kurzem machte uns mit dieser traditionellen Form des Dichtens  Günter Grass überraschend bekannt. Das musste auch mal gesagt werden.
 
Fort, trüglich eitle Freuden,
Der Torheit vaterlose Brut, wie bald
Muß nichtiger Gehalt
Dem tiefern Sinn all euern Tand verleiden!
Füllt leerer Köpfe Räume;
Da geizt mit euren bunten Bildern nicht,
So ohne Zahl und dich
Wie Stäubchen, die in Sonnenstrahlen weben,
Vor ihnen laßt sie schweben
Wie Morpheus' Schar, die flüchtig losen Träume.
Doch heil dir, Göttin, weise, hehre,
Heil dir, Melancholie, und Ehre!
[Il Penseroso]

[1] Das Zitat von Shelley findet sich auf dem Klappentext der Reclam Ausgabe von "Das verlorene Paradies" in der Ausgabe von 1986

Sonntag, 29. April 2012

Licht und Schatten







Man muß den Atem anhalten,
bis der Wind nachläßt
und die fremde Luft um uns zu kreisen beginnt,
bis das Spiel von Licht und Schatten,
von Grün und Blau,
die alten Muster zeigt
und wir zuhause sind,
wo es auch sei,

(aus dem Gedicht "Ziehende Landschaft" von Hilde Domin)

Mittwoch, 25. April 2012

John Milton Blablabla





Es hörte die Verwirrung seine Stimme, 
Das wilde Toben ward gezähmt, und Schranken 
Begrenzten den unendlich leeren Raum. 
Ein zweiter Ruf – und sieh! die Nacht entwich, 
Licht ward, und Ordnung aus der Unordnung. 

John Milton




Der Arbeitskreis "Sport und Ernährung" der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsberatung schreibt als Fazit seiner Studie über die Wirkung von Taurin auf die Leistung:
Die Werbung suggeriert, Taurin als Bestandteil von „Energy Drinks“ fördere beim Menschen sowohl die körperliche als auch die geistige Leistungsfähigkeit. Es sind jedoch bisher keine gut kontrollierten Studien bekannt, die eine positive Wirkung von Taurin-Supplementen auf die körperliche Leistungsfähigkeit oder das Konzentrationsvermögen bei Gesunden und Patienten zeigen. Eine Zufuhr von Taurin kann deshalb derzeit, insbesondere aufgrund der möglicherweise bestehenden gravierenden Nebenwirkungen, nicht empfohlen werden. Bis wissenschaftliche Untersuchungen nicht die Unbedenklichkeit einer zusätzlichen Taurinaufnahme auch bei körperlicher Belastung erbringen, ist gegenteilig, hiervon sogar abzuraten. Die oftmals subjektiv verspürten positiven Effekte sind auf Placeboeffekte oder auf die anderen Inhaltsstoffe der „Energy Drinks“ (z. B. Koffein) zurückzuführen. Der in der Stiergalle (lat. taurus = Stier) in hoher Konzentration vorkommende Stoff verleiht den „Energy Drinks“ eher ihren charakteristischen Geschmack, als Sportlern (s)tierische Kräfte.


Es ist ja offensichtlich, dass die beiden Tester über John Milton gar nichts wissen, was zunächst einmal ja nicht besonders schlimm ist. Schlimm ist nur, dass sie so kompromisslos unvorbereitet ihre Ahnungslosigkeit freisetzen. Wenigstens einen Blick ins Wikipedia wäre doch machbar gewesen.
Aber genauso ahnungslos sind die beiden auch über den überteuerten Kaffeersatz von sogenannten Energy-Drinks, den Chemiecocktails der Lebensmitteltechniker. Ich wette, dass sie ihre youtube-show umsonst machen - Wasserträger der Werbung. Geschmacksfrei.

Montag, 23. April 2012

Kompromisslos Freigesetzt


Confusion heard his voice, and wild uproar
Stood ruled, stood vast infinitude confined;
Till at his second bidding Darkness fled,
Light shone, and order from disorder sprung:
                                                 
 (Paradise Lost, Book 3, Vers 710)

Ich habe ja immer mit den Pfandsymbolen Schwierigkeiten und verweigere hier einfach die Symbole für - "bitte, was soll das sein?" - Einweg oder Mehrweg zu unterscheiden und sie mir gar zu merken. Bei mir gibt es nur klassische Pfandflaschen für Mineralwasser und Glas- oder Plastikflaschen für die Glascontainer oder die Gelbe Tonne. 

Ab und zu taucht dann eine Dose aus Alu auf, mit einem Symbol, das so aussieht:

Eindeutig ein Behälter zum Zurückgeben - hier aber ist es Einweg, d.h. es gibt Pfand zurück und die Dose oder die Plastikflasche wird zerknautscht und zu irgendwas verarbeitet. Dumm ist es nur, wenn der Getränkerückgabeautomat - was für ein Wort - die Dose hin und her dreht und dann wieder zu mir schiebt, weil sie einen Knick hat am Strichcode. Also nehme ich die Dose wieder mit, um sie später mal in meinem Getränkemarkt abzugeben.
Ich selbst kaufe keine Dosen, außer Konserven. Getränkedosen mag ich nicht. Aber ab und an landet so eine Dose in meinem Haus und dann grübele ich, was ich damit mache. Erst wandert sie in den Einkaufskorb, dann liegt sie im Kofferraum und rollt dort vor sich hin.

Jetzt hat mich so eine Dose wieder erreicht. Relentless Libertus ohne Zucker mit einem schönen Logo und bei Kennern natürlich selbstverständlich.

Keine halben Sachen steht da auch noch mit Verweis auf die doppelte Größe im Vergleich zum Konkurrenten in diesem Marktsegment. Und wie ich die Dose so ansehe und drehe und überlege, wo ich die denn nun abgebe und was denn dieses Symbol da verflixt nochmal bedeutet - lese ich auf der Dose:


John Milton auf einer Dose "Relentless Libertus" - der kompromisslos Freigesetzte - als Anspielung auf bedingungslose Zuckerfreiheit. Immerhin gibt es ein Coffein-Getränk außerhalb des Paradieses. Ist das schon Paradise Regained, das wiedergefundene Paradies? Die Coca-Cola-Company grüßt recht freundlich mit einer blau-silbernen Dose mit Pfand falls der Strichcode noch lesbar ist. Bleibt noch zu sagen, dass das ganze Marketing-Konzept von der The Church of London entwickelt wurde, eine hippe Werbe-Agentur in London.

Freitag, 20. April 2012

Donnerstag, 19. April 2012

Viel zu tun

Seit einiger Zeit ist mein Blog wieder öffentlich, obwohl die Beiträge noch nicht alle repariert wurden. Ich werde das aber nachholen. Irgendwie scheint es typisch für mich zu sein: aus einer Gefühlssituation heraus nehme ich alles aus dem Netz und dann lösche ich auch noch kräftig und mache diesen Blog zu einem Haufen von Schnipsel. Um das Puzzle wieder  zu meiner Zufriedenheit zusammen zu basteln, wird es noch eine Weile dauern.

Leider kann ich mein altes grün-blaues Layout nicht mehr rekonstruieren. Also habe ich mich für eine der beiden Farben entscheiden müssen. Blau-Grün ist ja eine interessante Farbkombination, die ein gesteigertes Unterscheidungsvermögen braucht. Am Horizont verschwimmen die grünen Flecken, die Wiesen oder Wälder sind, mit dem blauen Himmel . Die alt-chinesische Sprache kennt für diese beiden Farben nur ein Zeichen  青  qīng - als eine Art Oberbegriff für grün, blau und auch schwarz. Auch in anderen Sprachen und Kulturen kennt man dieses Phänomen für die beiden Farben. Bei Jean Gebser  las ich darüber zum ersten Mal und er bezog das auf die Bewusstseinsstufen.  Seither bekam meine Farbvorliebe eine kulturwissenschaftliche Begründung, was schon einer Weihe gleich kam. Andere Gründe glaubten vor ein paar Jahren einige Forscher gefunden zu haben, indem sie einen Zusammenhang zwischen dem Anteil des UV-Lichts und dem Alterungsprozess des Auges aufzeigten[1]. Je mehr UV-Licht, umso schneller altert das Auge und das Blaue wird als dunkel bis schwarz wahrgenommen. Darüber hinaus verlieren sich dann auch die Wörter für das Blaue, denn wenn ein bestimmter Anteil der Bevölkerung nicht mehr blau sieht, ließe sich auch schlecht darüber reden. Dann verständige man sich eben nicht mehr über Blau, sondern entscheide sich für Dunkel bis Schwarz. Ob diese Forscher über den Zusammenhang zweier Phänomene nicht eine Nonsense-Korrelation hervorgebracht haben, ist natürlich zu fragen. Linguisten sind nämlich gänzlich anderer Ansicht, was die Benennung von Farben anbelangt. Mein Favorit dabei ist Guy Deutscher, dessen Erklärung ich weitaus plausibler halte, als diesen Statistik-Zauber. Die Griechen sehen eben den Himmel schwarz - ich sehe das auch so.
Schwarz als Hintergrund hatte ich auch in Erwägung gezogen. Schwarz und Weiß, als erste Unterscheidung, also zunächst die Kontraste und dann käme als erste  und ausschließliche Farbwahrnehmung das Rot hinzu, als ein eyecatcher.  Das war aber schon belegt und es hätte so ausgesehen, dass ich hier nur schnöde imitiere. Vielleicht später mal, wenn der Alterungsprozess meiner Augen nichts mehr anderes zulässt. Jetzt bleibt es erst einmal bei Blau mit unterschiedlichen Tönen. Ein wenig Pink  bzw. Rosa ist auch dabei. Und Türkis konnte ich auch noch verwenden. Überhaupt Rosa - eine seltsame Farbe, die eigentlich nach dem Spektrum aus Rot und Blau gemischt ist und die dann so was wie Minus-Grün ergibt.


Nachdem diese fundamentale Frage geklärt war, änderte Tante google wieder was und verbesserte irgendwas im Hintergrund, so dass ich mich erneut umstellen musste. Das neue Layout-Gestaltungssystem bringt mich zum Verzweifeln. Ich kann kein Bild mehr im Titel platzieren und zunächst konnte ich auch keinen Untertitel einsetzen. Bis ich mich aufraffte und ein paar Html-Codes mir ansah und sie anwenden konnte. Wieder was gelernt. Aber das ist für mich Zeitverschwendung. Das will ich gar nicht wissen und können. Ich will plug-and- play bzw. write.


Immerhin stand jetzt die Wahl eines Untertitel an. Jeder Untertitel hat ja was Aufgeblasenes oder Tragendes - er trägt ja den Titel und verrät ja auch, wie der Titel ergänzend gesehen werden soll. Google meint, man solle da Stichwörter nehmen, die den Blog für Suchmaschinen leichter auffinden lassen. Was nehme ich denn? Der Titel "Dharani" trägt sich ja selbst und heißt ja schon mal nichts außer eben "das was trägt". Ich hatte dann verschiedene Versuche und ich habe sie alle wieder gestrichen. Dann blieb mir noch eine Möglichkeit, die ich als Blog-Titel schon einmal alternativ ausprobiert hatte, wobei ich auch den schwarzen Hintergrund getestet habe und ich finde es passt - Without Rhyme Or Reason - auf deutsch "Ohne Hand und Fuß". Es gibt auch die Übersetzungsvariante "Ohne Sinn und Verstand", womit allen Kritikern schon mal der Boden entzogen ist. 

Diese Redewendung hat allerdings eine schöne Geschichte und steht im Zusammenhang zur  englischen Renaissance-Literatur.

Edmund Spenser

Without rhyme or reason oder wie es korrekter im Englischen heißt "Neither rhyme nor reason" findet sich beim englischen Dichter Edmund Spenser (1552 - 1599) in einem berühmten Vierzeiler, den er als dezente Mahnung an seine Bewunderin Queen Elizabeth I. geschickt hatte.
I was promis'd on a time,
To have a reason for my rhyme:
But from that time unto this season,
I had neither rhyme or reason

Damit erinnerte er sie an ihr Versprechen für einige Gedichte eine monetäre Veranlassung - a reason - gegeben zu haben. Immerhin waren es 100 pound, die der Schatzkanzler zunächst ignorierte und entsprechend zurück hielt. Nach dem Vers bekam Spenser dann doch prompt das hübsche Sümmchen, immerhin 100 Sovereign, also Goldmünzen von erheblichem Wert. Da kann man den Schatzkanzler verstehen, dass er der Laune seiner Königin erst einmal keine Beachtung schenkte. Aber Edmund Spenser hat das durchaus verdient. Er gilt als der Begründer der englischen Renaissance-Dichtung und hatte großen Einfluss auf Shakespeare . Die Wirkung Spensers war noch größer auf John Keats und John Milton, der hier schon einmal erwähnt wurde in einem Kommentar-Dialog. Vor allem hat das zweite Buch von Spenser's  "The Faerie Queene" unmittelbar Milton's "Paradise Lost" angeregt.




[1]Lindsey, D. T. & Brown, A. M. (2002). Color naming and the phototoxic effects of
sunlight on the eye. Psychological Science, 13, 506-512.

Montag, 9. April 2012

Ein Hauch von Frühlingserwachen im Park

Jedesmal, wenn ich beim Zazen-kai in Essen bin, versuche ich von diesem Standort aus ein Bild zu machen und dabei den Park in seiner Veränderung fest zu halten. Es ist nicht immer der gleiche Standort, da ich anfangs versäumt habe, mir eine genaue Markierung am Weg zu machen. Aber so ungefähr kommt es hin.




Donnerstag, 1. März 2012

Issa's Frühling


Der Frühling fängt an
Und von neuem kehrt Dummheit
Auf Dummheit zurück

Issa

Dienstag, 6. Dezember 2011

Paul Celan - Fadensonnen



Fadensonnen
Über der grauschwarzen Ödnis.
Ein baum-
Hoher Gedanke
Greift sich den Lichtton: es sind
Noch Lieder zu singen jenseits
Der Menschen.